GENDERN 

Oder wie die Schweizerli an so vieles ein "li" dran hängen = nett & unisex, wenngleich für das Mörderli vielleicht schwer oder gar nicht gewöhnlich.

Es kann anders kommen, wenn bessere Idee, aber wie sich das Laufen aus dem Krabbeln erlernt, werden es dennoch nicht alle zur Kür bringen. Das darf, wie sich auch Grunzlaute deuten lassen - und wenn alle wie Goethe könnten, wäre uns womöglich kein Goethe.

Nur zeugt von geistiger Schlichte, wenn sich welche als "Bewahrer von Sprache" aufspielen, bloß die Fehler bewahren und keine Fortschritte wollen.

Markus S. Rabanus 20210402

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GENDERN die 14.
Klar, viele sind genervt vom Gendern, zumal oft Krabbelversuch statt Kür,
aber 1. ist alles Gewöhnungssache
und 2. sind geschlechtliche Begriffe oft derart unlogisch, dass die darin steckende Dummheit mir den Kulturgenuss verdrießt.
Wer jemals AusländerInnen die deutsche Sprache beizubringen hatte, wird sich der Unlogik klarer: "Der" Mensch, "das" Tier, "die" Pflanze, "der" Mond, "die" Sonne, "der" Verstand, "die" Intelligenz, "der" Intellekt.
Und 3. störe ich mich kaum an sprachlichen oder rechtschreiblichen Klippen - und es macht mir keinen Unterschied, ob jemand gendert oder nicht, sondern ob öde, falsch oder weniger blöde.
4. Wem die Welt davon schlechter würd', wenn für die nächsten 5.000 Jahre nur noch feminine Berufsbezeichnungen als "richtig" gelten, hätte eine Macke mehr als ich. - Und das hatte ich mir schwieriger vorgestellt.

2021-02-27

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#Fräulein und #Jünglein
Auch Minderjährige sind keine Minderwertigen - und doch nehme ich sie ernst, indem ich ihnen nachsehe, weniger ernst genommen werden zu können.
Darum gibt es für bestimmte Alter z.B. das Jugendstrafrecht und eingeschränkte Geschäftsfähigkeit.
Nun sagte ich zwar noch nie "Fräulein" zu Teenagerinnen (13 bis 19), weil denen ohnehin zu viele Schwerenöter begegnen, denen das Schmachten nach Jugend keine Hemmungen kennt, so dass schon "Junge Frau" schräge Anrede sein kann, leider, denn eigentlich halte ich es bei TeenagerInnen für falsch, zu früh von "Männern" und "Frauen" zu reden.
Aber "Fräulein" zu einer 10-jährigen Tochter kann ganz anderes sein, charmante Mahnung, sich weniger kindisch zu benehmen.
All das müssten keine "Regeln" sein, denn "Gewohnheitsrechte" gelten, wenn nicht schäbig, aber niemandem hätte es je geschadet, über Gebräuche auch mal nachzudenken. - Und sei es bloß zwecks Hirntraining.

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Astrid, ja, das sehe ich auch so, während "Fräulein" für erwachsene Frauen OBJEKTIV despektierlich ist, ganz gleich, ob nett oder herablassend gemeint - und darum auch juristisch verwehrt werden kann.

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Christian Konkel, ja, die Inflation über Vernunftgrenzen hinaus ist typisch auch für menschliche Bedürfnisse:

Insoweit hat meine "anthropologische Inflationstheorie" pessimistischen Touch, obgleich als Mahnung gedacht, denn die Unvernunft ist kein Muss.

Darum lässt sich deinem Konsequentbegriff widersprechen, denn "konsequent" ist kein Synonym für Illusionäres, sondern für logisches Folgern im Machbaren und Sinnvollen.

Jedes Streben nach Gerechtigkeit, alle Freiheit - und aller Fortschritt ist daraus, etwas zu bessern, z.B. die Verbrauchswerte von Kraftfahrzeugen zu optimieren, obgleich ein menschgeschaffenes Perpetuum mobile unmöglich scheint.

Im Falle geschlechtsgerechterer Sprache lohnt jedoch oft der Umkehrschluss, bspw. alle Begriffe geschlechtlich zu neutralisieren, mit denen ohnehin alle Geschlechter gemeint sind.

Mir fehlt es an Phantasie zur bequemen Bewerkstelligung, aber die Argumente reichen aus.
Daraus ist dann persönliche Entscheidung, wenigstens Befürworter von Fortschritt und nicht Bremser zu sein.

Alles strikt logisch (wie mein Weltfriedensplan ?? ).

Dagegen steht oft nur Bequemlichkeit, an falschen Gewohnheiten festhalten zu wollen.

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Tja, dann machen wir es doch mal, denn mit Umstellung auf Femininbegrifflichkeit würden vielleicht auch unser Marc-Andrè und seine Liker schneller kapieren, dass Sprache der Realität verpflichteter ist als der geistigen Bequemlichkeit aus Gewohnheit.

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"Die Statistik der Selbstmörder*innen muss dann aber nochmal überarbeitet werden ..."

Schlechtes Beispiel, denn der Begriff "Selbstmord" zeugt von archaischem Geist.

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die Geschichte wird oft umgeschrieben, anderenfalls bräuchte es keine Geschichtswissenschaft, aber unter Wahrung der Quellen, sonst wären es Fälscher.
Doch wer heute ein Lehrbuch zur Erdgeschichte schreibt, ist gut beraten, sich nicht an die biblische Genesis zu halten.

Kurzum: Wer aus Angst vor Vergangenheitsverlust glaubt, auf Fortschritt verzichten zu müssen, hätte es kaum zum Steinwerkzeug gebracht und wüsste auch über Vergangenes weniger.

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