Marktchauvinismus 

Wer das Wirtschaften asozial und naturzerstörend deregulieren will, ist nicht "liberal", auch nicht "neoliberal", sondern "Marktchauvinist".

Ich halte es für falsch und ungeschickt, wenn Lobbyisten des Marktchauvinismus nicht als asoziale Marktchauvinisten, sondern als "Neoliberale" beschimpft werden, denn die freuen sich nur drüber, dass ihnen die Kritik auf den Leim geht, "liberal" zu sein. 

Nicht jedes bekundete Selbstverständnis verdient die Übernahme in die politische Sprache. 

Markus S. Rabanus  2021-08-09

Mein Titelpost wäre exakter, wenn nicht nur die Deregulierung, sondern auch die Regulierung einbeziehend, denn die sogenannten "Neoliberalen" sorgen ja zugleich für jede Menge Gesetze, mit denen sie ihre Rücksichtslosigkeiten zum Recht machen.
Mit älterem Titelpost vom 3.11.2019 wollte ich die "Neoliberalen" als "Asoziale" bezeichnet sehen, weil die sich über die Bezeichnung als "Neoliberale" eher noch freuen, dass ihnen die politische Kritik auf den Leim geht, Rücksichtslosigkeit vertrüge sich mit Liberalität.

"Asoziale" war aber zu oberbegrifflich, zu wenig Spezifik greifend.
Darum jetzt "Marktchauvismus", denn die Deregulierung bevorteilt die Rücksichtslosen.
Und Rücksichtslosigkeit ist das Wesen des Chauvinismus.
Es ließe sich zwar auch von "Marktradikalen" reden, aber mir scheint solche Bezeichnung zu verharmlosen.

>> Neoliberalismus

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