Systemischer Politikansatz (oder auch "ordnungspolitischer Ansatz") bedeutet mir, dass sich politische Ziele nicht allein durch Wertedefinition erreichen lassen, sondern durch Systemreformen oder Systemeingriffe, die u.U. nur für gewisse Zeit erforderlich sind und dann wieder rückgeneommen werden müssen, wenn eine Entwicklung keines weitergehenden Fortschritts bedarf, damit sich erledigte Missstände in umgekehrte Missstände verwachsen.

Das Begriffsmoment "Ansatz" kann zwar irreführend sein, wenn nicht als "Hebel" verstanden, denn am Anfag steht die Analyse von Verhältnissen und wertedominierte Zielsetzung. 

Der solcher Art gemeinte "systemische Politikansatz" ist nicht neu, sondern wird zwacks Anreiiz oder Eindämmung bspw. steuerrechtlich und auch in der Geldpolitik der Zentralbanken genutzt. 

Es liegt nahe, den "systemischen Politikansatz" auch für weitere Erfordrnisse zu erörtern und zu aktivieren. 


1. Beispiel: Der UNO-Pazifismus geht zunächst davon aus, dass Krieg nach dem Mehrheitswillen der Völker als verbotenes Mittel von Politik darstellt. So ist es auch Völkerrecht, wird aber nicht eingehalten. Der UNO-Pazifismus legt dar, woran es nicht nur ideologisch liegt, sondern auch systemisch, namentlich am Fehlen eines organisatorisch umgesetzten UNO-Gewaltmonopols.

2. Beispiel;:Tempolimit durch technische Limitierung der Motorenleistung >> Tempolimit

3. Beispiel: Frauengleichberechtigung durch Quoten und spezielle Wahlverfahren, die es fördern. >> Mal kreativ zur Frauengleichberechtigung:

Hehre Ziele lassen sich nur selten ohne ordnungspolitische Maßnahmen erreichen. 

Darum lohnt auch bei jeder Wertedebatte Überlegung, ob sich systemische Folgerungen ziehen lassen. 

Markus S. Rabanus 2018-11-09

 

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